Hagen braucht Lösungen für Hitzegefahren

25.07.22

Zur aktuellen Hitzewelle auch in Hagen erklärt der hiesige Bundestagsabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Dr. Janosch Dahmen:


„Die Klimakrise und die aktuelle Hitzewelle in Deutschland sind nicht nur eine Belastung für Umwelt und Natur, sondern auch eine Gefahr für die Gesundheit, insbesondere für Ältere, Kranke oder Kinder. Nach dem Rekordjahr 2019 mit 40,9 Grad hatten wir nun mit den in Altenhagen gemessenen 39,1 Grad den zweitheißesten Tag in der Geschichte der Stadt. Im Klimaanpassungskonzept werden für einige Gebiete Hagens im Schnitt 30 bis 36 Tage im Jahr mit Temperaturen über 30 Grad prophezeit. Besonders im dicht bebauten Stadtzentrum, in Teilen von Haspe, Elsey, Altenhagen und Wehringhausen-Ost. Die dortige Kombination aus besonders hohem Versiegelungsgrad und sehr wenig Grünfläche wird dafür sorgen, dass der Stadtteil zukünftig sehr stark von Hitze betroffen sein wird.

Als Arzt ist es mir besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Klimakrise auch eine Gesundheitskrise ist. Allein zwischen 2018 und 2020 gab es in Deutschland über 19.000 hitzebedingte Todesfälle und einen großen Anstieg von hitzebedingten Erkrankungen wie Herz-Kreislaufbeschwerden, Herzinfarkten oder Hitzeschlägen. Zudem ist festzustellen, dass Menschen in prekären Wohnsituationen viel stärker betroffen sind. Wirksame Maßnahmen müssen jetzt umso mehr auch direkt vor Ort auf der kommunalen Ebene angepackt werden. Es ist daher zu begrüßen, dass der Stadtrat im Juni beschlossen hat, das Klimaanpassungskonzept, in welchem auch das Thema Hitze behandelt wird, zu erneuern. Diese Anpassung ist vor Hintergrund der Steigerung der Hitzetage durch den Klimawandel sehr wichtig. Wichtig ist aber auch, die bereits entwickelten Maßnahmen zum Hitzeschutz nun zügig umzusetzen.

Um das auf Bundesebene zu flankieren, haben wir Grüne über das Umweltministerium Fördergelder bereit gestellt, die auch Hagen helfen können, Hitzeschutzkonzepte für Kindergärten, Schulen oder Altenheime aufzustellen oder Kühlzonen zu schaffen. Gleichzeitig stellt das Bauministerium in Berlin endlich mehr Gelder bereit, um Städte mit mehr Grünanlagen im Ort oder als Begrünung auf den Dächern, kühler zu machen. Künftig werden Kommunen außerdem dabei unterstützt, Hitzeaktionspläne zu entwickeln und umzusetzen. Damit wollen wir sicherstellen, dass solche Pläne flächendeckend vorliegen."

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