Die Hagener GRÜNEN in der 2. Hälfte der 1980er Jahre

18.05.20 von Jörg Fritzsche

In der zweiten Hälfte der 1980er gelang es den GRÜNEN, sich in der bundesdeutschen Parteienlandschaft zu etablierten, und auch der Einzug ins Europaparlament gelang 1984 mit 8,4 % der Stimmen. Im Dezember 1985 wird Joschka Fischer als erster GRÜNERMinister (Umwelt) für die hessische Landesregierung vereidigt. 

Mit kreativen und subversiven Aktionen machten die GRÜNEN damals bundesweit auf sich aufmerksam. Neben dem konsequenten Einsatz für Umweltthemen, Bürgerrechte, Transparenz, Frauenpolitik und Anti-Atom bestimmt die Auseinandersetzung der Strömungen („Fundis vs. Realos“) die parteiinternen Streitigkeiten. Im September 1986 wird nach heftigen Debatten das Frauenstatut auf einem Sonderparteitag in Nürnberg verabschiedet.

Auf lokaler Ebene ist in diesen Jahren – ausweislich der erhaltenen Protokolle – die Arbeitsorganisation von Partei und Fraktion ein immer wiederkehrendes, wichtiges Thema. Viel von dem grünen „Esprit“ der ersten Jahre musste sich in der - teilweise zähen - Gremienarbeit auf kommunaler Ebene beweisen. Viele überregionale Themen wie das Waldsterben und die Luftverschmutzung beschäftigten auch die GRÜNEN vor Ort. 

Die „Grünen Blätter“ dieser Jahre zeigen auch eine intensive Beschäftigung mit bundes- und landespolitischen Themen. Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Hagen und dem französischen Montlucon gab es einen Austausch mit der örtlichen Gliederung der französischen Schwesterpartei. Des Weiteren gab es in der 2. Hälfte der 1980er Jahre  deutliche Forderungen nach einer Ausweitung der Asylbewerberquote für Hagen und nach einem Verbot von giftigen Holzschutzmitteln auf den Spielgeräten von kommunalen Kindergärten. Hier hatten sich verschiedene Erzieherinnen eines Wehringhauser Kindergartens an die Hagener GRÜNEN gewandt. Kulturpolitisch erreichte man 1986 eine Ausstellung kurdischer Malerei in der inzwischen abgerissenen Bürgerhalle am Friedrich-Ebert-Platz. 

Nach dem die erste GRÜNE Stadtratsfraktion auf Grund von Mandatsniederlegungen soweit geschrumpft war, dass es keine Nachrücker mehr gab, gelang es bei der Kommunalwahl 1989, mit 7,7% und 4 Mandaten nicht mehr ganz an den Anfangserfolg anzuknüpfen. 

Das Ergebnis der Kommunalwahl 1989 wurde auch auf Betreiben der GRÜNEN wegen Manipulationsverdacht und vernichteten Wählerlisten juristisch überprüft. Über diese Vorgänge verlor die frisch gewählte SPD-Oberbürgermeisterin Renate Löchter nach nur sechs Wochen ihr Amt und räumte den Chefsessel für Dietmar Thieser.

Der zweiten Fraktion gehörten an: 

Ratsmitglieder:

Hildegund Kingreen           

Klaus Dietrich

Adelheid „Ady“ Köhn

Lothar Bertels
Fritz Helms (nachgerückt)
Joachim Riechel (nachgerückt)

BV Mitte:
Michael Toups
Joachim Riechel

BV Nord:

Ulrich Schröder
Gregor Lork (nachgerückt)

BV Hohenlimburg:
Hildegund Kingreen
Jürgen Nickoleit

BV Eilpe/Dahl:

Jutta Grindel
Mechthild Twickel (nachgerückt)

BV West ( Haspe):
Hans-Jürgen Warda

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