1 Jahr Fridays For Future in Hagen - meine Sicht

15.03.20 von Arnjo Sittig

Von Fridays For Future (ich benutze ab jetzt die Abkürzung FFF) habe ich zum ersten Mal Anfang des Jahres 2019 gehört. Im Radio wurde darüber berichtet, dass wöchentlich Schüler*innen und Student*innen streiken, um für das Klima zu demonstrieren. Es wurde berichtet, dass es die Bewegung fast ausschließlich in großen Städten wie Berlin, Köln oder Hamburg gibt. Doch in Hagen war in Sachen Klimaprotest noch nichts los. Trotzdem informierte ich mich immer mehr zu dem Thema Klimawandel und FFF. Und dann am 15. März war es so weit. Die erste FFF Demo in Hagen stand bevor. Es war ein internationaler Streiktag, und somit sah ich schon morgens auf Instagram und Twitter die vielen großen FFF-Demos auf der ganzen Welt. Um 12 Uhr ging es dann auch in Hagen am Hauptbahnhof los. Wir waren knapp 2000 Teilnehmer*innen und ich war davon überwältigt, dass sich so viele für einen echten Klimaschutz einsetzten. Doch nach dem Streik habe ich gemerkt, dass die Politik immer noch nicht auf uns hört. 

Um einen noch größeren Einfluss zu haben und in Sachen Klimaschutz auch wirklich was voranzubringen, entschloss ich mich im Mai 2019, bei den GRÜNEN einzutreten. Und kurz danach folgte auch die nächste Demo in Hagen am 24. Mai 2019. Diesmal waren nur rund 500 Teilnehmer*innen gekommen. Es hat mich etwas traurig gemacht, dass viele den Kampf gegen die Politiker*innen, die keinen Klimaschutz betreiben, aufgegeben haben. Diesmal war auch eine Klimaforscherin aus Potsdam da, die den Ernst der Lage nochmal markiert hat. Zudem war auch der Oberbürgermeister der Stadt gekommen und hat einen Katalog mit all den Forderungen von FFF bekommen. Das war der erste Moment, wo ich als Demonstrant erlebt habe, dass die Politik an uns herangetreten ist. Doch dann war die Europawahl und die GRÜNEN holten ein historisches Ergebnis. In dem Moment hatte ich Hoffnung, dass endlich mehr Menschen für Klimaschutz sind, und erkennen, dass die zwei Volksparteien nicht schnell genug handeln.

 Kurz darauf war ich bei meiner ersten FFF Demo außerhalb von Hagen. Am 31. Mai 2019 war ich in Berlin am Invalidenpark, um für echten Klimaschutz zu demonstrieren. Bei der Demo haben Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen gesprochen. Unsere Rufe nach Klimaschutz und Klimagerechtigkeit waren so laut, doch die Politiker*innen in den angrenzenden Ministerien für Wirtschaft und Verkehr wollten uns nicht hören. Die Enttäuschung war wie immer da.

 Dann ging es in die lange Sommerpause. Wir erlebten wieder einen extrem heißen Sommer und die Politik handelte immer noch nicht. Dann demonstrierten wir wieder am 20. September 2019. Deutschlandweit waren rund 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen. Die Stimmung war ausgelassen und man erhoffte ein gutes Klimapaket der Bundesregierung. Doch noch während der Demo kamen die Infos über das Klimapaketchen rein. Vom echten Klimaschutz ist dies meilenweit entfernt. In der Muschel wurden die Details vorgetragen und eine enttäuschte Stimmung machte sich breit. Doch dann am 27. September 2019 erreichte FFF Hagen das bis jetzt Größte. Hagen hat den Klimanotstand ausgerufen und somit Klimaschutz an erste Stelle gestellt. Immer mehr Menschen wird der Klimaschutz wichtiger. Hagen setzt einen neuen Busfahrplan ein, damit mehr Menschen den ÖPNV nutzen.

 Und schon steht der nächste Klimastreik an. Am 29. November 2019 ist wieder

globaler Streiktag, also auch in Hagen. Diesmal waren rund 400 Menschen dabei.

Anschließend gab es noch eine Mahnwache, welche bis zum Abend andauerte. Wir

informierten die Passanten und Aktivist*innen hielten Reden. Das war vorerst der letzte Klimastreik in Hagen, bis jetzt. 

Am 24. April 2020 steht der nächste große Klimastreik an. Wir sehen immer noch, dass die Politik nicht nach der Wissenschaft handelt, sondern nach der Wirtschaft. Ich erhoffe mir, dass die Politiker*innen durch FFF endlich wachgerüttelt werden, und ich innerhalb meiner Partei den Klimaschutz voranbringen kann. 

Fotos: Ina Stark   Instagram:@starkphotography

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