Naturschutz in Hagen

17.06.20 von Hans-Georg Panzer

Hagen hat mit 42 Prozent Waldanteil und fast 400 km Fließgewässern große Potentiale für den Naturschutz. In den Wäldern leiden im Moment vor allem die Fichten unter den viel zu trockenen Sommern, die die Ausbreitung des Borkenkäfers begünstigen. In der Folge sind schon viele Fichtenflächen gefällt oder sind nur noch von dürren braunen Baumleichen bestanden. Auf die Dauer wird diese Baumart wegen des Klimawandels nicht zu halten sein. Ein Umbau der Wälder auf artenreiche, heimische Baumarten, die – vielleicht – mit den neuen klimatischen Verhältnissen gut zurechtkommen, ist eine Lösung für den Nutzwald. Die Erfahrungen zeigen aber, dass neu angepflanzte Bäume in Trockenzeiten nur sehr begrenzte Überlebenschancen haben. Deshalb sollten wir einen Teil des Waldes sich selbst überlassen, weil in einem solchen Wildwald über Naturverjüngung ein Nachwuchs am erfolgreichsten gewährleistet werden kann. Bedingt durch die Topographie gibt es eine Reihe von Extremstandorten wie zum Beispiel die Lenne- und Volmesteilhänge. Dazu kommen wertvolle Gebiete über den Kalkzügen wie zum Beispiel Weißenstein, die nicht mehr genutzten Steinbrüche und vor allem die zahlreichen Fluss- und Bachtäler. Diese Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete gilt es zu erhalten und möglichst noch zu erweitern. Denn insbesondere der Flächenanteil der Naturschutzgebiete liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Im Innenstadtbereich sind zunächst mal die Stadt- und Straßenbäumen zu nennen, die neben ihrer unbestrittenen Klimafunktion auch Lebensräume für Vögel und Insekten darstellen. Dem Trend, kranke und nicht mehr standfeste Bäume zu entfernen ohne für Nachpflanzungen zu sorgen, muss dringend Einhalt geboten werden. Ein besonders hohes Potential für den Naturschutz haben die zahlreichen Grünflächen in der Stadt. Angefangen von den Parks, über die Grünflächen um öffentliche Gebäude bis hin zu kleinteiligen Flächen z.B. auf Verkehrsinseln müssen Maßnahmen ergriffen werden, diese so zu verändern, dass wieder mehr Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten Nahrung finden. Ein einfacher Schritt in diese Richtung könnte eine Änderung des Mährhythmus von 14-tägig auf zwei- bis dreimal im Jahr sein. Dazu kommen in einem zweiten Schritt die Aussaat regionaler Wildblumen- und Wildkräutermischungen und die Anlage von Staudenbeeten mit heimischen Pflanzen. In den Siedlungsbereichen kann dieser Effekt durch die Gestaltung von Vorgärten und Gärten unterstützt werden, indem auch hier auf die Anlage von Steinwüsten und die Anpflanzung nicht heimischer Sträucher wie Kirschlorbeer verzichtet wird. Zudem können gerade in solchen Bereichen Hecken und Strauchgruppen eine Vernetzungsfunktion auch im besiedelten Bereich übernehmen. Foto: Volme zwischen Dahl und Priorei (küc)

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