Mehrzweckhalle Ischeland wirft Fragen auf

18.12.20 von Christoph Nensa

Anfang Dezember ist das Projekt einer neuen großen Mehrzweckhalle für den Ischelandsportpark auf die Tagesordnung der Hagener Politik gesetzt worden. Ein Grundsatzbeschluss von Rat und Bezirksvertretung Hagen-Mitte sollte her, um dem Investor zu signalisieren: Hagen steht hinter diesem Projekt – es lohnt sich weiterhin Geld und Planungskapazitäten zu investieren.

Co-Fraktionssprecher Jörg Fritzsche hat im Haupt- und Finanzausschuss für uns GRÜNE klar gemacht, dass wir für eine Stärkung des Sports in Hagen stehen. Das gilt sowohl für den Breiten- als auch den Spitzensport. Gerade dieser, repräsentiert u.a. durch Vereine wie Phoenix Hagen oder Eintracht Hagen, ist nicht nur ein wichtiger Standortfaktor für unsere Stadt. Er trägt maßgeblich zum positiven Image der Stadt bei und ist wichtiger Bestandteil der Identität vieler Bürger*innen.

 Aus diesem Grund begrüßen wir auch ausdrücklich, dass durch das Projekt einer Mehrzweckhalle insbesondere dem Handball- und Basketballsport die Perspektive gegeben wird, in dieser Stadt auch auf dem Niveau der jeweiligen ersten und zweiten Ligen spielen zu können.

Wir waren allerdings schon verwundert, dass in der Sitzung der BV Mitte die Fragen von Bezirksfraktionssprecher Hans-Georg Panzer zum geplanten Standort nur unzulänglich beantwortet werden konnten. Angesichts der schon erfolgten Planungen hatten wir erwartet, dass auch die Verwaltung konkreter über ihre Abwägungen, über Chancen und Risiken berichten kann. 

Hans-Georg Panzer hat explizit auf die Geschichte des Standorts hingewiesen. Denn ein Sporthallenprojekt ist dort schon 2005 durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster gekippt worden. Es war also nicht belanglos, schon vor einem Grundsatzbeschluss nachzufragen, inwiefern aus den damaligen Planungsfehlern inzwischen gelernt wurde.

Auch ist zu beachten, dass die Mehrzweckhalle  in unmittelbarer Nähe von Ischelandhalle und Westfalenbad liegt. Sie wird Veranstaltungen anbieten, die sich zum Teil mit den Angeboten dieser kommunalen Einrichtungen überschneiden. Sie wird diese Veranstaltungen zu Zeiten anbieten, zu denen es auch Besuchsverkehr zur Ischelandhalle und zum Westfalenbad geben wird. Hier wird darauf zu achten sein, welche Vorstellungen für den Parkraum bestehen. Wenn die Halle eine Kapazität von bis zu 5.000 Besucher*innen erhalten soll, wird es knapp mit den bestehenden Parkplätzen. Ausweichverkehre zum Parkhaus des Westfalenbads oder in die angrenzenden Wohngebiete sollten aber ebenso vermieden werden, wie eine weitere Flächenversiegelung. Auch der Lärmschutz für die Anwohner*innen muss gewährleistet sein.

Wir wollen sicher gehen, dass dies alles in den Konsequenzen bedacht ist. Nicht, dass wir mit dieser Halle die Geschäftsgrundlage der anderen Einrichtungen abgraben.

Unter normalen Bedingungen wäre dies in verschiedenen Fachgremien zuvor beraten worden. Corona verhindert dies. Wir haben daher mit unseren Allianzpartnern einen Antrag in Haupt- und Finanzausschuss sowie den Rat eingebracht, dass diese Punkte explizit geprüft werden. Und zwar nicht erst im Laufe der allgemeinen Prüfungen zum Bebauungsplan, sondern in einer eigenen Vorlage, die auch schon früher in den Gremien beraten werden wird. Und zwar parallel zur Aufstellung des Bebauungsplans. Für dieses Frühwarnsystem haben sich alle Fraktionen und Gruppen – mit Ausnahme der SPD -  ausgesprochen.

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