Klimaschutz sinkt, Heizkosten steigen

Fünf Jahre nach der Flut

21.04.2026 –

In wenigen Wochen jährt sich die Flutkatastrophe, bei der Teile von West- und Mitteleuropa schwer getroffen wurden, zum fünften Mal. Über 220 Menschen verloren in den Wassermassen ihr Leben. Allein in Deutschland entstanden Schäden von mindestens 33 Milliarden Euro. Auch in Hagen führten Starkregen und Hochwasser am 14. Juli 2021 im gesamten Stadtgebiet zu massiven Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Ganze Straßenzüge wurden verwüstet.

An das Hochwasser erinnerte in der vergangenen Woche eine Veranstaltung im Hagener Rathaus. Dr. Miriam Wagner-Jacht, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD), machte dort eindringlich klar: Der Klimawandel verändert nicht nur Mittelwerte, er verschärft die Extreme. Wenn wir der Erderwärmung nicht Einhalt gebieten, werden wir in Zukunft immer häufiger extreme Wetterereignisse erleben.

Gasheizungen sind Teil des Problems, denn sie verbrennen fossiles Erdgas und treiben die Emissionen weiter nach oben. Solange Deutschland an Gasheizungen festhält, trägt es zu immer schwereren Naturkatastrophen bei. Trotzdem streicht die Bundeskoalition jetzt das Ausstiegsdatum für Gasheizungen: Das bisherige Gebäudeenergiegesetz sah ein Verbot fossil befeuerter Heizungen ab 2045 vor. Doch das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz enthält keine solche Frist mehr.

Wer heute eine Gasheizung einbaut, heizt für die nächsten zwanzig Jahre mit fossilen Brennstoffen. Das ist eine Belastung für das Klima und führt zu weiterer Erderwärmung. Doch nicht nur das: Auch die Kosten steigen absehbar. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hat berechnet, dass sich bereits in fünf Jahren die Gasrechnungen verdoppeln könnten. Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung geht sogar noch weiter und prognostiziert eine Verzehnfachung der Gasnetzkosten bis 2045, weil immer weniger Haushalte das Netz mitfinanzieren. Bezahlt werden diese Kosten von allen, die in Mietwohnungen leben.

Hagen ist eine arme Stadt. Daher wird sie besonders hart getroffen. Viele Menschen in Hagen leben in Mietwohnungen. Diese sind oft in einem energetisch schlechten Zustand und vielfach sanierungsbedürftig. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote hoch und viele Menschen sind auf staatliche Transferleistungen angewiesen. Steigende Energiekosten belasten vor allem einkommensschwache Personen, die keine Ausweichmöglichkeiten haben. Auch der klamme städtische Haushalt wird zusätzlich belastet.

„Fünf Jahre nach der Flut streicht die Bundesregierung den Gasausstieg und schickt die Rechnung an Hagener Familien, die sich die Heizkosten schon heute kaum leisten können", sagt Tobias Rödel, Sprecher der GRÜNEN in Hagen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Hagen unterstützen einen Vorschlag, den der Deutsche Mieterbund gemeinsam mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband vorgelegt hat: einen Heizkostendeckel, orientiert an den Betriebskosten einer Wärmepumpe. Liegt die tatsächliche Heizkostenrechnung darüber, tragen die Vermietenden die Differenz. Das macht den Umstieg auf klimafreundliche Systeme wirtschaftlich attraktiv, weil ein finanzielles Interesse an der Sanierung älterer Gebäude entsteht.

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