Grüne fordern vollständige Aufklärung und Transparenz beim Besetzungsverfahren der HGW

22.07.2026 –

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Hagen fordern eine umfassende und transparente Prüfung der neu geschaffenen Managementposition bei der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (HGW). Die aktuelle Berichterstattung wirft aus Sicht von Partei und Ratsfraktion erhebliche Fragen zur Notwendigkeit der Stelle, zum Auswahlverfahren und zu den fachlichen Kriterien der Besetzung auf.

„Wir waren mit der Arbeit des bisherigen HGW-Geschäftsführers sehr zufrieden. Deshalb stellt sich für uns zunächst die grundlegende Frage, warum angesichts der dramatischen Haushaltslage der Stadt überhaupt die Notwendigkeit für eine weitere hochdotierte Managementposition gesehen wurde“, erklärt Alexandra Gerull, Sprecherin der Hagener Grünen.

„Die Kosten städtischer Unternehmen werden am Ende mittelbar von den Bürgerinnen und Bürgern getragen. Pro Wohneinheit sind das immerhin über 2 Euro, die pro Monat von den Mieter*innen oder der Stadt zusätzlich aufgebracht werden müssen. Deshalb muss nachvollziehbar sein, welcher konkrete betriebliche Bedarf für eine neue Führungsposition besteht und welchen zusätzlichen Nutzen sie für das Unternehmen bringt. Umso sensibler ist ein Verfahren, wenn eine neu geschaffene, hochdotierte Position anschließend mit einem langjährigen Berufspolitiker mit einem umfassenden politischen Netzwerk in Hagen besetzt wird. Das muss nicht automatisch bedeuten, dass das Verfahren fehlerhaft war. Aber es verlangt ein Höchstmaß an Transparenz.“

Tobias Rödel, Sprecher des Grünen Kreisverbandes, ergänzt:

„Die Berichterstattung der Westfalenpost wirft Fragen zum Ablauf und zur Nachvollziehbarkeit des Besetzungsverfahrens auf. Wenn sich die dort dargestellten Punkte bestätigen, richtet das erheblichen Schaden für das Vertrauen in Politik und städtische Unternehmen an. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Führungspositionen in kommunalen Unternehmen nach politischen Netzwerken statt nach nachvollziehbaren fachlichen Kriterien vergeben werden.“

Die Grünen begrüßen deshalb ausdrücklich die Ankündigung des Oberbürgermeisters, das Verfahren prüfen zu lassen.

„Jetzt braucht es eine umfassende und unabhängige Aufklärung“, so Rödel weiter. „Dabei muss insbesondere geklärt werden, aus welchem konkreten Bedarf die neue Stelle geschaffen wurde, welche Anforderungen an die Position gestellt wurden, wie das Auswahlverfahren ablief und nach welchen Kriterien die Entscheidung getroffen wurde.“

Jörg Fritzsche, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat der Stadt Hagen, fordert darüber hinaus verbindliche Standards für zukünftige Besetzungsverfahren:

„Gerade bei Führungspositionen in städtischen Unternehmen müssen Auswahlverfahren objektiv, transparent und nachvollziehbar sein. Die Öffentlichkeit muss darauf vertrauen können, dass fachliche Qualifikation, berufliche Erfahrung und die Anforderungen der jeweiligen Aufgabe entscheidend sind.“

In den vergangenen Jahren sei es in Hagen gelungen, bei wichtigen Personalentscheidungen zunehmend fachliche Kompetenz und persönliche Integrität in den Mittelpunkt zu stellen.

„Es wäre fatal, wenn jetzt der Eindruck entstünde, dass dieser Weg wieder verlassen wird“, erklärt Fritzsche. „Deshalb erwarten wir eine offene Kommunikation über die Entstehung der Stelle, die Auswahlkriterien und die wesentlichen Verfahrensschritte – selbstverständlich unter Wahrung des notwendigen Persönlichkeitsschutzes.“

Für die Grünen geht es dabei um mehr als um eine einzelne Personalentscheidung.

„Das Vertrauen in demokratische Institutionen und kommunale Unternehmen ist ein hohes Gut“, betont Fritzsche. „Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen den Eindruck haben, politische Entscheidungen würden hinter verschlossenen Türen getroffen, müssen wir besonders hohe Maßstäbe an Transparenz und Nachvollziehbarkeit anlegen. Es geht nicht um Vorverurteilungen. Es geht darum, bestehende Zweifel durch eine vollständige und nachvollziehbare Aufklärung auszuräumen. Transparenz ist in einer solchen Situation nicht das Problem – sie ist die Lösung.“

Die Grünen wollen deshalb die angekündigte Prüfung des Oberbürgermeisters konstruktiv begleiten.

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