
20.05.2026 –
Politik ist abgehoben und findet fernab der Meinung der Menschen statt: Diesen Vorwurf gibt es nicht nur in Hagen. Und oft hapert es wirklich an Möglichkeiten zu Beteiligung. Das haben wir GRÜNEN schon deutlich im Vorfeld der letzten Kommunalwahl angeprangert und neue Formate gefordert.
Der sogenannte „Bürgerdialog Stadtsauberkeit“, zu dem Oberbürgermeister Dennis Rehbein kürzlich ins Volme Forum eingeladen hat, ist aus unserer Sicht daher ein begrüßenswerter Schritt. Die Veranstaltung reiht sich in die Reihe „Sag's Hagen live" ein und zeigt, dass die Stadtspitze auf den direkten Austausch mit der Bevölkerung in der Stadt setzt. Die GRÜNEN wollen diesen Anfang stärken — und gemeinsam mit Verwaltung, Bezirksvertretungen sowie den weiteren politischen Akteur*innen den Schritt zur dauerhaften Quartiersarbeit gehen.
Hagen verfügt über ein bemerkenswertes Engagement. Bei der jährlichen Putzaktion „Sauberes Hagen" engagieren sich rund regelmäßig mehrere tausend Ehrenamtliche aus über einhundert Einrichtungen. Und auch verwaltungsseitig wurde mit der Umstellung vom Gelben Sack auf die Wertstofftonne zum 1. April 2026 zumindest in großen Teilen des Stadtgebietes ein weiterer spürbarer Beitrag zu einem sauberen Stadtbild geleistet. Und auch wenn der Start holprig war – auf dieser Basis lässt sich aufbauen.
Ein Sauberkeitsdialog entfaltet seine volle Wirkung dort, wo er die Lebensrealität der Bürger*innen erreicht: in den Quartieren. Stadtteile wie Altenhagen, Wehringhausen oder Eppenhausen sind dicht besiedelt. Wer dort wohnt, sieht das Stadtbild jeden Tag aus dem Fenster. Die Anwohner*innen vor Ort wissen am besten, wo wilde Ablagerungen entstehen und welche öffentlichen Plätze besondere Aufmerksamkeit brauchen. Diese Wahrnehmung gehört systematisch in die Arbeit der Stadt — über regelmäßige Quartiersrunden, feste Ansprechpersonen und einen kurzen Draht zwischen Anwohnerschaft, Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB), Bezirksvertretung und Stadtverwaltung.
Diese Linie zieht sich durch zentrale kommunalpolitische Aufgaben der kommenden Monate: das laufende Verfahren zur geplanten Gesamtschule Dünningsbruch, die Diskussion um den geplanten Forstbetriebshof Im Deerth, die Standortentscheidung zu den Cuno-Berufskollegs sowie – auch unter verschärften landespolitischen Bedingungen – die Frage legaler Mountainbike-Trails im Hagener Wald. In all diesen Vorhaben möchten die GRÜNEN dazu beitragen, dass Bürgerbeteiligung früh, kontinuierlich und im engen Schulterschluss mit der Verwaltung gelebt wird. Das Bund-Länder-Programm „Sozialer Zusammenhalt" als Nachfolger der „Sozialen Stadt" bietet dafür einen geeigneten Förderrahmen, den die Stadtverwaltung prüfen kann.
Echte Bürger*innenbeteiligung ist mehr als eine Formalie. Sie verlangt die aufrichtige Begegnung von Verwaltung, Politik und Bevölkerung — auf Augenhöhe, mit offenem Ergebnis und mit dem Willen, einander wirklich zuzuhören.
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Stadt mit dem Bürgerdialog Stadtsauberkeit den direkten Austausch sucht. Aufbauend darauf wollen wir GRÜNE die Brücke vom Veranstaltungstag in die tägliche Quartiersarbeit schlagen — gemeinsam mit Verwaltung, HEB und allen demokratischen Fraktionen", sagt Tobias Rödel, Sprecher des Kreisverbands BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hagen.
„Sauberkeit, die im Quartier mitgestaltet wird, hält. Wir laden alle politischen Mitstreiter*innen ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen", ergänzt Alexandra Gerull, Sprecherin des Kreisverbands.
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