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Interview mit Christoph Nensa

01.01.70 –

Christoph Nensa ist seit 1. November Geschäftsführer der Fraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Hagener Rathaus. Dies haben wir zum Anlass genommen, ihm ein paar Fragen zu stellen.

Lieber Christoph, du lebst noch nicht so lange in Hagen, oder?
Ich bin im Sommer 2016 der Liebe wegen nach Hagen gezogen und fühle mich seitdem sehr wohl in dieser Stadt.

 

Wie war dein Werdegang, was Schule und Studium angeht?
Ich bin in Herne geboren und zur Schule gegangen und habe anschließend in Bochum Geschichte, Politikwissenschaften und Öffentliches Recht studiert. Daher fühle ich mich auch als echter Ruhrgebietler,

 

Seit wann engagierst du dich bei den Grünen?
2006 habe ich begonnen, in der grünen Bundestagsfraktion zu arbeiten. Zunächst noch ohne Parteimitgliedschaft. Nach drei Jahren war mir aber klar: Ich will nicht nur für die Partei arbeiten, sondern in ihr mitgestalten. Das macht mir bis heute großen Spaß.

 

Welche Politikbereiche sind dir besonders wichtig?
Internationale Politik und Europarecht waren Schwerpunkte in meinem Studium, von daher haben mich diese Politikbereiche immer sehr interessiert. Meine erste politische Heimat war daher auch die LAG Europa des Berliner Landesverbands. Dazu passte auch meine Mitarbeit im Bundestagsbüro von Katja Keul sehr gut, die auch heute noch für die grüne Fraktion im Verteidigungsausschuss sitzt. Nach meinem Umzug nach Hagen habe ich mich immer mehr auch für die Kommunalpolitik interessiert. Insbesondere das Thema Stadtentwicklung liegt mir hier sehr am Herzen.

 

Wie bist du mobil?

Ich bin passionierter Radfahrer und Nutzer von Bus und Bahn. Auto fahre ich nur als Mitfahrer. Ein eigenes besitze ich nicht.

 

Womit beschäftigst du dich in deiner Freizeit?

Ich habe das Glück, in Hagen einen Garten mit einigen Obstbäumen und Beeten beackern zu können. Obst und Gemüse in kleinem Umfang selbst anzubauen und zu verarbeiten ist nicht nur ein guter Ausgleich zur Schreibtischarbeit, sondern kommt auch meiner Kochleidenschaft zu Gute. Darüber hinaus verschlinge ich Bücher und diskutiere gerne mit Freunden darüber und über Gott und die Welt.

 

Du warst von November 2018 bis Mitte September 2019 Mitglied des Hagener Kreisvorstands. Dort hast du einige wichtige Impulse gegeben.

Die Arbeit im Kreisvorstand hat mir großen Spaß gemacht. Ich hatte mich bei meiner Wahl mit den Projekten beworben, die Willkommenskultur in unserer Partei auszugestalten und Ideen zu sammeln, wie wir Grüne noch sichtbarer in der Stadtgesellschaft werden können. Zusammen mit dem gesamten Vorstand ist es gelungen, regelmäßige Neumitgliedertreffen zu organisieren und einen Treff zum informellen Austausch ins Leben zu rufen, den Grünen Montag, der sich jeden ersten Montag im Monat im Crocodile in der Innenstad trifft. Darüber hinaus gibt es nun die Gruppe „Aktion Grün“, in der alle Parteimitglieder eingeladen sind, ihre Ideen zu grünen Aktionen im Hagener Stadtraum einzubringen und an ihrer Verwirklichung mitzuarbeiten.

 

Was waren deine beruflichen Stationen, bevor du dich auf die Stelle bei der Grünen Ratsfraktion beworben hast?
Nach dem Studium habe ich zunächst einige Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl der Geschichtsfakultät der Ruhr-Uni Bochum gearbeitet. Für ein Projekt bin ich dann zur Arbeit im Bundesarchiv nach Berlin gezogen. Daraus wurden dann 12 Jahre, von denen ich 10 Jahre für die Bundestagsfraktion und die die BundestagsabgeordneteKatja Keul gearbeitet haben. Meine Schwerpunkte waren in dieser Zeit Verteidigungs- und Rechtspolitik. Nach meinem Umzug nach Hagen habe ich zunächst ein knappes Jahr im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Düsseldorf gearbeitet und bin dann nach der Landtagswahl 2017 als persönlicher Mitarbeiter zu Johannes Remmel in den Landtag NRW gewechselt. Dort habe ich mich dann vor allem mit den Themenfeldern Europa-, Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik beschäftigt.

 

Wie waren die ersten Tage im Hagener Rathaus?

Die ersten Tage in einem neuen Arbeitsumfeld gehören meist der Orientierung. Bei mir ging es aber gleich inhaltlich los, schließlich tagen die Ausschüsse der Stadt kontinuierlich weiter. Als kleines Team mit Sabine Behle hieß es da gleich schon richtig loslegen und in enger Absprache mit unseren Mandatsträger*innen die ersten Anfragen und Anträge an die Stadtverwaltung formulieren.

 

Was reizt dich an deinem neuen Arbeitsgebiet?

Es ist spannend, ganz direkt an der Gestaltung der Stadt, in der ich wohne mitwirken zu können. Mir liegt besonders die Radinfrastruktur am Herzen. Es gibt keinen Tag, da ich mir als Radfahrer in dieser Stadt nicht wünschen würde, dass wir endlich mit der Verkehrswende vorankommen. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, dass die guten Ideen der Mobilitätsstrategie und des Radverkehrskonzepts konkret umgesetzt werden. In der Kommunalpolitik ist der Abstand zwischen politischer Initiative und konkreter Umsetzung am Kürzesten. Auch dass hat mich gereizt, nun auf der Kommunalebene zu arbeiten.

 

Vielen Dank für deine Antworten und viel Erfolg bei deiner neuen Tätigkeit.

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