25.09.2020

Von: Almut Kückelhaus

Für Generationengerechtigkeit global und lokal - Podium in der Kirche Am Widey, 26.8.2020

Beim Austausch mit Katrin Göring-Eckardt ging’s ums Grundsätzliche: Wie können wir dafür sorgen, dass unsere Enkel-Generation noch gut auf diesem Planeten leben kann? Der Veranstaltungsort, die Kirche Am Widey, war passend gewählt: auch der Baptistengemeinde ist die Bewahrung der Schöpfung ein Anliegen. Pastor Ronald Hentschel wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass seine Gemeinde „bunt“ sei und auch das Ziel verfolge, Flüchtlingen eine Heimat zu geben.

 Die Bundestagsabgeordnete aus Thüringen ist in der evangelischen Kirche engagiert und durfte sich willkommen fühlen. Klimakrise und Artensterben sind für sie die entscheidenden Probleme, die angegangen werden müssen. Moderator Felix Banaszak (Sprecher der GRÜNEN NRW) fragte Arnjo Sittig vom Jugendrat der Generationenstiftung, ob er und seine Mitstreiter*innen sich ernstgenommen fühlten. „Wir werden schon gehört, aber es passiert nichts. Man geht nicht auf uns zu“, beschrieb er seine Erfahrungen in Berlin. Der Jugendrat fordere, das umzusetzen, was bereits unterschrieben sei, etwa die Pariser Klimaverträge. Der Kohleausstieg komme viel zu spät. Er brachte außerdem eine deutliche Absenkung des Wahlalters ins Gespräch. 

Katrin Göring-Eckardt rief dazu auf, Veränderungen positiv einzuordnen und nicht nur anzustreben, was man schon kenne. Dabei bezog sie sich auf die Wende 1989/90. Einig war man sich darin, dass das Treffen von Greta Thunberg mit Angela Merkel nichts erbringen würde außer den Fotos.

Auf die Wahl 2021 angesprochen, meinte die Sprecherin der Bundestagsfraktion selbstbewusst, die GRÜNEN wollten „regieren, nicht mit-regieren“.

Wie nun Klimapolitik in Hagen umsetzen? OB Schulz zeigte sich dankbar, dass vor Ort manches einfacher, da weniger ideologisch zu entscheiden sei. Er hätte kein Problem damit, wenn die GRÜNEN bei der Wahl stärker würden – ebenso wenig, wenn die Stimmen der beiden anderen Allianz-Parteien zunähmen. Viele Entscheidungen, etwa zum Ausbau des Nahverkehrs, hätten so vor zehn Jahren nicht gefällt werden können, war er sicher. Zu einer online gestellten Frage nach dem 365€-Ticket meinte er, die Angebotsverbesserung stünde für ihn an erster Stelle, vor einer Preissenkung. 

Auch Jörg Fritzsche als Fraktionssprecher war zuversichtlich, dass die bisherige Zusammenarbeit erfolgreich fortgesetzt werden könne.

So weit herrschte große Einigkeit – bei einer Wahlveranstaltung nicht überraschend. 

Ein Zuhörer kommentierte kritisch, eine „Grüne Oase“ mit Bioanbau und Artenschutz in Deutschland helfe nicht, wenn gleichzeitig der Regenwald abgebrannt und die Probleme nur exportiert würden. KGE nannte den Leuchtturmeffekt: Wie bei den Erneuerbaren Energien hätte Deutschland eine wirksame Vorbildfunktion. Sie war bemüht,  keinen  Konflikt mit der Landwirtschaft  sichtbar werden zu lassen. Diese sein ein „wirkliches Opfer der Klimakrise“. Man solle im Gespräch einen gemeinsamen Weg finden.

Bei der abschließenden Frage, wie es denn in fünf Jahren aussehen würde, waren alle naturgemäß optimistisch. Der OB sah den Seepark verwirklicht und Jörg Fritzsche die Wahl der Verkehrsmittel („Modal Split“) tiefgreifend verändert.

Der Gast aus Berlin gab noch abschließende „Hausaufgaben“: jeder solle 15 Personen ansprechen, (demokratisch) wählen zu gehen. Die alte Großtante könne man dazu genauso anrufen wie den oder die Ex. 

Eine Premiere war die Live-Übertragung bei Facebook, die durch die perfekte technische Ausstattung der gastgebenden Gemeinde möglich wurde. So kann man die Veranstaltung auf der Facebook-Seite des KV weiterhin anschauen: https://www.facebook.com/DieGruenenHagen/

Fotos: Frank Reh

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