06.01.2022

GRÜNE überrascht über die Kehrtwende der SPD

DIE GRÜNEN sind positiv überrascht über die Kehrtwende der Hagener SPD in Sachen Radverkehr. Dass die SPD in Hagen zukünftig eine Fahrradpartei werden könnte, war lange Zeit nicht absehbar.

Als die Stadtverwaltung vorschlug, an der Hohenlimburger Straße für Hagen kostenneutral eine Spur dem Radverkehr zu widmen sowie vor der Sparkasse zehn Parkplätze wegfallen zu lassen, gab es ganz andere Töne zu hören:

„Einschneidende Maßnahmen bzgl. der Verkehrsführung einer Neuerstellung eines überflüssigen Radweges und Veränderung der Parksituation vor der Sparkasse werden abgelehnt“ hieß es im Mai 2019 auch von der SPD. Stattdessen drängte man zusammen mit CDU und BfH auf ein „Weiter so“ in der autogerechten Stadt.

Doch nicht nur in Hohenlimburg, sondern auch in Haspe hat die SPD jüngst volle Autofahrt voraus abgestimmt. Statt „An der Kohlenbahn“ eine Querungshilfe zu realisieren, wurde dem Radfahrer vorgeschlagen, lieber vom Rad abzusteigen und zu schieben. Radfahrern an dieser Stelle Vorrang zu gewähren, fand die SPD auch im Mai 2021 unzumutbar für Autofahrer.

„In den bisher angeschobenen Planungen wird vor allem der Freizeitverkehr bedient. An die Pendler, die tagtäglich den kürzesten Weg suchen und die meisten Kilometer durch die Stadt fahren, hält die aktuelle Infrastruktur in Hagen nur sehr wenig vor“, betont Ratsfrau Heike Heuer. So fehle es nicht nur an genügend reinen Radwege in den Achsen, sondern es reiche oftmals nicht einmal für korrekte Beschilderungen und Markierungen auf den Straßen. Heuer stellt fest, dass einerseits 3,5 Mio. € im Haushalt für den Radverkehr vorgesehen seien, dieser Tropfen auf den heißen Stein der Mobilitätswende jedoch kein Potential finden werde. Das Nadelöhr blieben die Planungskapazitäten im Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung.

Das grüne Vorstandsmitglied Paul Kahrau mahnt die Verkehrsplaner: „Schon die Bahnhofshinterfahrung war von langer Hand ohne Rad- und Fußverkehr geplant worden. Doch auch andere Belag-Erneuerungen müssen neu gedacht werden. Mir ist zum Beispiel schleierhaft, wie man die Berchumer Straße in Teilen komplett neu asphaltieren kann, ohne links und rechts an nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer zu denken.“

Auch die grüne Kreisverbandssprecherin und Landtagskandidatin Alexandra Gerull zeigt den Weg nach vorne: „Zu einer tatsächlichen Verkehrswende gehören nicht nur drei Radwege. Wir müssen endlich eine Verkehrsführung verwirklichen, die das Fahrradfahren im Alltag sicher macht und nachhaltiger Mobilität den Vorrang gibt Dies kann nur mit einer Neuverteilung des aktuell zur Verfügung stehenden Verkehrsraumes realisiert werden, welcher über ein halbes Jahrhundert ausschließlich dem Autoverkehr vorbehalten war.“

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